Kampfstarke Falken bleiben unbelohnt
 | 3:2
1:0 2:0 0:2 |  |
| ELV Tornado Niesky | | EHC Jonsdorfer Falken |
Es fällt schwer, nach dem in Niesky nach Spielschluss Erlebten noch vom eigentlichen Ereignis, dem Eishockeyspiel der Tornados Niesky gegen den EHC Jonsdorfer Falken, zu berichten. 15-20 Randalierer warteten in der Nähe des Eisstadions mit Stangen und Zaunlatten bewaffnet auf Jonsdorfer Anhänger und griffen diese an. Es wurde auf am Boden Liegende eingetreten. Dabei gab es mehrere Verletzte, zwei mussten vor Ort notärztlich versorgt werden. Die zu Hilfe gerufene Polizei kam leider erst, als die von blindwütigem Hass Getriebenen mit zwei zerstörten Fantrommeln des EHC als Trophäen bereits das Weite gesucht hatten.
Eigentlich hätte es ein schöner Eishockeyabend werden können. Kein Niederschlag im Nieskyer Freiluftstadion bei eisigen Temperaturen von -11° C. Der gesperrte David Wolters durfte nur zuschauen und so hatte Trainer Jaroslav Stastny die Reihen etwas umgestellt. Beide Teams schenkten sich von Beginn an nichts. Es gab Chancen auf beiden Seiten, wobei die Tornados etwas gefährlicher wirkten. Doch die Falken spielten konzentriert in der Abwehr, so dass es den Tornados erst in der 15. min in Überzahl gelang, mit 1:0 in Führung zu gehen. Bei diesem einen Treffer blieb es dann auch im ersten Drittel.
Die Falken kämpften und setzten die Tornados mächtig unter Druck. Der Ausgleich schien nur noch eine Frage der Zeit. Es gab zahlreiche Torchancen, doch meist war unglücklicherweise bei Ivonne Schröder Schluss. Eher unerwartet dann das 2:0 durch einen Hammerschuss von Jankovych von der blauen Linie. Da war nichts zu machen für Rostislav Kosarek. Die Falken wollten den Anschlusstreffer, das war ihren Bemühungen anzusehen, doch im Abschluss fehlte der letzte Biss. Gerade in einer solchen Druckphase ergatterte sich ein Nieskyer Spieler den Puck, läuft in die Jonsdorfer Abwehrzone und wird am Schuss gehindert. Der sehr auffällig agierende Schiedsrichter entscheidet auf Penalty und Jankovych nutzt diese Möglichkeit, um kurz vor der Pause auf 3:0 zu erhöhen. Zu dem Zeitpunkt ein Ergebnis, das in der Höhe nicht unbedingt den Spielanteilen entsprach. Aber es war ja noch ein Drittel Zeit.
Die Tornados wähnten sich ihrer Sache scheinbar schon sicher, so versuchten sie, das Mitteldrittel dicht zu machen und die Uhr für sich arbeiten zu lassen. Die Falken rackerten nach wie vor und in einer Überzahlsituation gelang ihnen endlich das lang ersehnte Tor. Davon offensichtlich beflügelt, steigerten sie ihre Angriffsbemühungen noch einmal und schnürten die Nieskyer in ihrem Drittel regelrecht ein. Diesen gelang es nur noch gelegentlich für Torgefahr zu sorgen. Bei einem erneuten Powerplay der Falken war es dann so weit, der Anschlusstreffer fiel nach einem Bully. Doch es blieben nur noch reichliche drei Minuten. Derby-Spannung vom Feinsten! Der Ausgleich lag in der Luft, dies rochen auch die Nieskyer und so nahmen sie erst einmal Auszeit. Die Falken versuchten alles, nahmen auch noch den Torhüter für einen zusätzlichen Feldspieler vom Eis, aber am Ende reichte die Zeit nicht mehr aus. Tolle kämpferische Falken, die sich in diesem Spiel deutlich gesteigert haben. Auf jeden Fall macht das starke letzte Drittel Mut für das nächste Doppelwochenende in Berlin.
Schade, dass dieses packende Derby von dem danach statt gefundenen Ereignis überschattet wurde. Es sollte jetzt am ELV Niesky liegen, entsprechende Maßnahmen gegen diese Gruppierung zu unternehmen.
Tore: 1:0 Schwabe (15.); 2:0, 3:0 Jankovych (36., 38.); 3:1 Klante (48.); 3:2 Kohl (57.)
Strafen: Niesky 22 Jonsdorf 26
Zuschauer: 525
« zurück zur Übersicht | 1352x gelesen | eingetragen am 23.01.2010 von CL