Derby ohne Feuer in Falkenherzen
 | 3:6
1:3 0:0 2:3 |  |
| EHC Jonsdorfer Falken | | ELV Tornado Niesky |
Der letzte Eishockeyabend der Falken 2009 sollte ein langer werden. So begann dieser Tag im Falkenhorst bereits 15:00 Uhr mit der Aktion „Mein Blut für meinen Verein“ vom DRK. Die letzte Möglichkeit also, noch einmal für den Verein Blut zu spenden und ca. 50 Spender nutzten diese dann auch. Besonderes Dankeschön an die Erstspender, die all ihren Mut zusammen genommen haben. Welcher Verein, der EHC Jonsdorfer Falken oder der VfB Zittau, letztlich mehr Spender mobilisieren konnte, werden wir sicher am Montag erfahren.
19:00 Uhr wurden dann die Türen für das Spiel geöffnet und ca. 850 Zuschauer strömten bis Spielbeginn in den Falkenhorst, sicher froh, der Eiseskälte (- 17°) in die doch „wärmere“ Eishalle entkommen zu können. Dann endlich ging es los. Beide Mannschaften zu Beginn etwas zurückhaltend und die Gäste mit dem besseren Start. Ein abgefälschter Schuss und es stand nach 1:46 gespielter Zeit 0:1. Das wenig später folgende Überzahlspiel der Falken brachte leider keinen zählbaren Erfolg. Die Falken wirkten nicht mehr so schnell und sicher, wie noch zuletzt in Berlin. Sie waren zwar bemüht und erarbeiteten sich einige Tormöglichkeiten, aber irgendwie fehlte der letzte Biss. Bei einer wenig druckvoll gespielten Überzahl gelang den Falken dann in der 14. min der überraschende Ausgleichstreffer. Doch wer dachte, dass jetzt ein Ruck durch die Mannschaft geht, hatte sich getäuscht. Postwendend kassierte man einen herrlich herausgespielten Unterzahltreffer der Gäste zum 1:2. Die Tornados waren meist einen Schritt schneller und das Körperspiel einiger Jonsdorfer erinnerte ein bisschen an Dameneishockey. Dass die Nieskyer kurz vor der Pause durch den völlig frei stehenden Jankovych noch auf 1:3 erhöhen konnten, war eine Folge des harmlosen Spiels der Falken. Ein sehr enttäuschender erster Spielabschnitt, die Falken schienen gedanklich wohl schon unter dem Weihnachtsbaum zu sitzen.
Der Trainer hatte wohl in der Kabine die richtigen Worte gefunden, denn die Falken machten sofort nach Wiederanpfiff ordentlich Druck, brachten viele Scheiben direkt auf das Nieskyer Gehäuse und wirbelten die Tornado-Abwehr richtig durcheinander. Schade, dass aus den zahlreichen guten Chancen kein Treffer erzielt werden konnte. Hier zeichnete sich Wolfermann im Tor der Gäste mehrfach aus. Endlich schienen die Falken im Spiel zu sein. Die Zweikämpfe wurden angenommen, um jede Scheibe gekämpft. Aber die Tornado-Abwehr stand und die Falken bissen sich auch in Überzahl die Zähne aus. Den Tornados gelangen in der Schlussphase einige gefährliche Konter, die Kosarek entschärfen konnte. So bleibt es bei einem torlosen zweiten Drittel, aber mit dem positiven Gefühl, dass hier noch was gehen könnte, am Besten natürlich mit einem Blitzstart im letzten Drittel.
Aber wieder weit gefehlt. Niesky stellt sich hinten rein und die Falken finden fünf gespielte Minuten lang einfach keine Mittel, um den so wichtigen Anschlusstreffer zu markieren. Dann in der 48. min ein Jonsdorfer Konter in Unterzahl und da war es dann endlich, das viel umjubelte zweite Tor der Falken. Als hätten die Tornados nur darauf gewartet, stellten sie eine reichliche Minute später den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her. Doch auch die Falken hatten sofort im Gegenzug wieder die Chance, aber Melchior verzog über den Kasten. In der Schlussphase des Spiels zuerst zwei riesige Tormöglichkeiten für die Gäste, die zum Glück ungenutzt blieben. Dann Chaos vor dem Gästetor, Melchior schnappt sich die Scheibe und bringt sie in dem Gewühl irgendwie im Tor unter, 3:4. Jetzt nimmt Jaro Stastny eine Auszeit, scheint doch der Ausgleich fast greifbar. Aber diese Auszeit schien die Falken völlig durcheinander gebracht zu haben. Irgendwie hatte man das Gefühl, dass die Gäste den Derby-Sieg mehr wollten als die Falken. Erst haben sie in der 57. min mehrere Großchancen, dann passt ein Jonsdorfer Verteidiger direkt zu einem Gegenspieler und über Jankowych und Musil gelingt Schwartz das 3:5. Die Falken nun völlig von der Rolle, schauen nur noch zu, wie die Tornados den Sieg mit dem sechsten Treffer nur neun Sekunden später ganz sicher nach Hause spielen.
Tore: 0:1 Wahne (2.); 1:1 Pešek (14.); 1:2 Greulich (15.); 1:3 Jankowych (19.); 2:3 Pešek (48.); 2:4 Noack (50.); 3:4 Melchior (56.); 3:5 Schwartz (57.); 3:6 Schwabe (58.)
« zurück zur Übersicht | 505x gelesen | eingetragen am 19.12.2009 von CL